Virage — 1988
Der Virage steht für Aston Martins Wagnis, die Modellpalette nach zwanzig Jahren V8 zu erneuern, ohne die grundlegende Identität aufzugeben. Von John Heffernan und Ken Greenley gezeichnet, übernimmt er moderne, aerodynamische Linien, die mit dem klassischen Stil der Vorgängermodelle brechen, behält aber das Fahrwerk und den 5,3-Liter-V8-Motor bei, der nun von einer elektronischen Einspritzung gesteuert wird, um die neuen Abgasnormen zu erfüllen. Sein Einführungspreis – 135.000 Pfund Sterling im Jahr 1988 – macht ihn zu einem der teuersten Straßenwagen der Welt jener Zeit.
Die Virage-Familie wuchs um zahlreiche Varianten: das Volante Cabriolet, das V8 Coupé, das spektakuläre V8 Vantage Supercharged mit 550 PS und 300 km/h Höchstgeschwindigkeit sowie mehrere limitierte Editionen. In 411 Exemplaren über alle Versionen hinweg gebaut, bleibt der Virage ein vom breiten Publikum zu Unrecht übersehenes Modell, von Kennern geschätzt für seine Seltenheit und seinen Übergangscharakter zwischen der klassischen Ära und der Moderne, die mit dem DB7 folgen sollte.
Der V8 Vantage Supercharged: das Monster aus Gaydon (1993–1999)
1993 verwandelt Aston Martin den Virage in eine straßentaugliche Rennbestie. Der 5,3-Liter-V8 erhält zwei Eaton-Kompressoren, die die Leistung auf 550 PS steigern – eine Zahl, die ihn seinerzeit zum leistungsstärksten Serienwagen Großbritanniens macht. Die Karosserie wird pro Achse um 75 mm verbreitert, um überdimensionierte Räder aufzunehmen, wobei die optische Verwandlung ebenso radikal ausfällt wie die mechanische. Mit nur 239 bis 1999 gebauten Exemplaren bleibt der V8 Vantage Supercharged eines der maßlosesten und faszinierendsten Objekte, die je aus Newport Pagnell hervorgingen – ein extremer Höhepunkt der Virage-Philosophie.