Motorsport

Valkyrie AMR Pro: 5 Gründe, 1 Onboard

13 Juni 2026 La Rédaction AstonLegacy 7 Min. Lesezeit

Valkyrie AMR Pro au Paul Ricard, entre V12 sans hybride, appuis extrêmes et ADN LMH : voici 5 clés pour lire l’onboard et la philosophie “sans règles”.


Die Valkyrie AMR Pro zeigt in einem Onboard-Video auf dem Circuit Paul Ricard, was es bedeutet, eine „regelbefreite“ Hypercar auf einer Referenzstrecke ans Limit zu treiben. Ausgehend von den Bildern und den von Aston Martin sowie öffentlichen Quellen bestätigten Fakten entschlüsseln wir fünf Schlüssellehren: die Wahl der Streckenvariante, den Cosworth-V12 ohne KERS, die aerodynamischen und produktionstechnischen Grundlagen, die direkte Verwandtschaft mit der Valkyrie AMR-LMH und vor allem, was das Onboard über eine Dynamik verrät, die mit den Standards eines modernen F1-Boliden flirtet.

Die Valkyrie AMR Pro und der Circuit Paul Ricard: warum diese Wahl nicht zufällig ist

Die Valkyrie AMR Pro auf dem Paul Ricard zu sehen, ist alles andere als Zufall. Das Programm Aston Martin UNLEASHED organisiert Trackdays auf dieser Strecke, bei denen Besitzer mit ihrem eigenen Wagen fahren, bevor sie als Beifahrer in der AMR Pro Platz nehmen, gesteuert von einem Testfahrer. Laut Aston Martin verbindet dieses Format Didaktik, Sicherheit und technische Demonstration auf einem modularen, perfekt neu asphaltierten Kurs – ideal, um die Grenzen von Abtrieb und Bremsen über lange, schnelle Passagen auszuloten (offizielle Vorstellung der UNLEASHED-Tage in Paul Ricard).

Paul Ricard ist ein Freiluftlabor: lange Geraden, technische Kombinationen, großzügige Auslaufzonen und konstante Oberfläche. Für eine Maschine mit extremem Abtrieb bestimmen die Lesbarkeit der Linie und die Gripqualität das Vertrauen des Fahrers … und des Beifahrers. Genau das sucht dieses reines-Track-Modell, geboren, um schnell und lange zu fahren – ohne den Filter einer Straßenzulassung.

Die „Onboard“-Dimension ergänzt die Analyse. Die Bordkamera, insbesondere auf der Mistral-Geraden und beim Anbremsen auf Signes, zeigt die Stabilität bei hoher Geschwindigkeit und wie die Aero das Auto förmlich auf den Asphalt „drückt“. Wo viele straßenzugelassene Hypercars Bewegung zeigen, bleibt dieser radikale Barchetta unerschütterlich. Eine Signatur.

Cosworth-V12 mit 1.000 PS ohne Hybrid: was der Verzicht auf KERS auf der Strecke ändert

Kardinalpunkt dieses radikalen Coupés ist der 6,5-Liter-Cosworth-V12 mit Saugrohreinspritzung, der rund 1.000 PS leistet, mit Schätzungen von 820 kW bis 1.100 PS je nach öffentlichen Quellen. Er dreht bis 11.000 U/min und vor allem tut er das ohne hybride KERS-Unterstützung. Den von Aston Martin verbreiteten Informationen und von Wikipedia zusammengeführten Angaben zufolge macht diese Entscheidung das System leichter, vereinfacht das Wärmemanagement und verleiht der Gaspedal-Reaktion eine auf diesem Performance-Niveau seltene Klarheit.

Im Onboard liest sich das Fehlen der Hybridisierung in der Linearität des Schubs und der Konstanz des Bremsens. Keine variable Energierückgewinnung am Pedal, keine Einsatzstrategie beim Beschleunigen: Die mechanische Kommunikation ist direkt. Der Fahrer kann Scheitelpunkt und Gasöffnung setzen, ohne die „Drehmomentstufe“, die aggressive Hybridsysteme typisch machen. Auf dem Papier weniger spektakulär, auf einer freien Runde jedoch oft konstanter.

Die Kehrseite ist ein anspruchsvolleres Management von Gängen und mechanischem Grip, besonders am Kurvenausgang mittlerer Radien. Der sehr drehfreudige V12 verlangt feine Gasöffnung, um das Heck nicht zu „entlasten“, bevor die Aero wieder übernimmt. Auf dem Bildschirm zeigt sich das in sehr progressiven Gasgaben, gefolgt von einer Beschleunigung, die sich bis zum Begrenzer streckt – fast „very British“: präzise, entschlossen, ohne Pathos.

Valkyrie AMR Pro

Eine Karosserie, eine Aerodynamik, 40 Exemplare: die Zahlen, die die AMR Pro definieren

Ursprünglich auf dem Genfer Salon 2018 vorgestellt, dann 2021 in der Serienversion enthüllt, erhält die Valkyrie AMR Pro eine spezifische, noch aggressivere Karosserie als die straßenzugelassene Valkyrie. Sie zeichnet sich insbesondere durch einen zweiteiligen Heckflügel und einen Diffusor mit LMP1-Inspiration aus, wie von Wikipedia und den Aston-Martin-Presseunterlagen hervorgehoben. Das Ziel ist klar: den Abtrieb jenseits regulatorischer Zwänge zu maximieren.

Das Datenblatt bestätigt diese Ausrichtung: Radstand um 380 mm verlängert, Spurweite vorn um 96 mm und hinten um 115 mm verbreitert gegenüber der Standard-Valkyrie, so die Herstellerseite. Diese Geometrie begünstigt die Hochgeschwindigkeitsstabilität und erlaubt engagiertere Aero-Setups, die sich am Streckenrand in einem „liegenden“ Auto durch schnelle Bögen und überraschender Gutmütigkeit beim Bremsen in Schräglage zeigen.

Auf der Produktionsseite wurden 40 Exemplare gebaut, plus zwei Prototypen, alle mit Linkslenkung. Die Serie ist somit exklusiv und zugleich kohärent, fokussiert auf ein einziges Lastenheft: Performance auf der Rennstrecke, ohne Straßenkompromiss. Aston Martin hat sogar eine Zielzeit von 3 min 20 s für die Runde in Le Mans angekündigt – ein Hinweis auf eine aerodynamische Effizienz, die den Rahmen von Le Mans Hypercar übertrifft (Quellen: Aston Martin Pressroom).

Vom Paul Ricard UNLEASHED zur Valkyrie AMR-LMH: dieselbe DNA, zwei Bestimmungen

Die Valkyrie AMR Pro dient als Bindeglied zur im Wettbewerb eingesetzten Valkyrie AMR-LMH: Laut Wikipedia ist letztere der einzige LMH-Hypercar, der von einem existierenden Serienfahrzeug abgeleitet ist. Sieht man die AMR Pro in Paul Ricard arbeiten, versteht man, was das impliziert: Das Wesentliche des aeromechanischen Gleichgewichts, die Suche nach Effizienz beim Abtrieb und das Vertrauensfundament für den Fahrer sind gemeinsam.

Das UNLEASHED-Programm, das Besitzer Beifahrerrunden mit dem Testfahrer erleben lässt, fungiert als „erlebnisorientiertes Kapitel“ dieser Verwandtschaft. Die technische Verbindung zeigt sich in den großen Linien (Architektur, Abtriebsphilosophie, fehlendes KERS bei der AMR Pro) ebenso wie in Verhaltensdetails, die im Onboard sichtbar sind: Bremsstabilität, präzises Einlenken und Energieerhalt in den schnellen Kurven.

Die Geschichte spannt sich über die Zeit. Der weltweite Dynamik-Einstand der AMR Pro im März 2022 beim Großen Preis von Bahrain mit Dirk Müller für zwei Demorunden etablierte die öffentliche Grammatik des Modells (Quelle: Aston Martin Pressroom). Die Gesamtproduktion der Valkyrie-Baureihe endete im Dezember 2024 (150 Coupés, 85 Spider und 40 AMR Pro, laut Wikipedia) und schloss ein seltenes Kapitel, in dem sich Strecke und Straße im selben aerodynamischen Spiegel betrachteten.

Was eine Onboard-Runde über die Dynamik eines Hypercars nahe einer F1 lehrt

Ein gutes Onboard-Video ersetzt bisweilen ein langes Debrief. In Paul Ricard fallen drei Schlüsselzonen auf, in denen die AMR Pro „spricht“: die Mistral-Gerade, Signes und die doppelte Rechts des Beausset. Die Bilder zeigen ein Auto mit sehr stabilem Nickwinkel, wie „festgenagelt“ nahe Vmax; in Signes erfolgt der Eingang mit sehr leichtem Lupfen, dann ein fester Anpressmoment und eine Gasrückgabe ohne erkennbare Korrektur. Die Aero erledigt das Gros; das Chassis gibt das nötige Vertrauen, um oberhalb der psychologischen Schwelle üblicher Straßensupercars zu bleiben.

In Beausset sieht man das Delta zwischen mechanischem und aerodynamischem Grip: Die AMR Pro hält mittlere Kurvengeschwindigkeit und akzeptiert eine progressive Lastzunahme bis zum Ausgangspunkt, wo ein schwereres oder mit weniger Abtrieb beladenes Auto seine Linie stärker glätten müsste. Das Fehlen von KERS eliminiert Restdrehmoment-Aléas: Das Gaspedal wird zum Lastvariator, nicht zum Schalter elektrischer Überboosts.

Schließlich illustriert die Verzögerung das Verhältnis zwischen verbreiterter Geometrie und Stabilität. Die vergrößerten Spuren und der gestreckte Radstand resultieren in einem geraden Bremsansatz, gefolgt von einer leichten Rotation am Scheitel, ohne nennenswertes „Pumpen“. Hier versteht man die Ambition der von Aston Martin angekündigten 3 min 20 s in Le Mans: kein aus der Luft gegriffener Wert, sondern die Konsequenz eines Pakets, das außerhalb regulatorischer Zwänge gedacht ist. Wer diese Eindrücke abgleichen möchte, findet im online verfügbaren Paul-Ricard-Onboard einen guten visuellen Referenzpunkt (Onboard der Valkyrie AMR Pro in Paul Ricard).

Fazit — Valkyrie AMR Pro, die Strecke als Gradmesser einer Philosophie

In Paul Ricard legt die Valkyrie AMR Pro die Karten offen: Aerodynamik aus dem Lehrbuch, ein atmosphärischer Cosworth-V12 mit vorbildlicher Reaktion und eine Konstruktion, befreit von Straßenauflagen. Das Onboard ist kein weiterer spektakulärer Clip: Es ist eine direkte Lesart einer „regelbefreiten“ Philosophie, die die Valkyrie AMR-LMH geprägt hat. Kurz gefasst zeigt dieses Modell, wie Aston Martin die Intuition eines 2018 in Genf präsentierten Konzepts in eine auf 40 Exemplare limitierte Maschine übertragen hat, die auf ihre Weise Referenzzeiten streifen kann.

Für alle, die den Abstand zwischen Straße und Rennen messen wollen, ist der Stammbaum klar und dokumentiert. Die offiziellen Seiten zum Track-Modell und zu den UNLEASHED-Erlebnissen liefern ebenso viel Technik wie sportliche Absicht (Medienpräsentation der AMR Pro und Programm Paul Ricard UNLEASHED). Und um diese Linie im Programm und ihre Wettkampferbin zu verorten, lesen Sie unser Dossier zur Valkyrie AMR-LMH in Le Mans, die Seite zu den Valkyrie-Modellen und ihrer jüngeren Geschichte sowie unsere Analyse der Valhalla Hybrid und ihrer technischen Brüche. Die Valkyrie AMR Pro bleibt die ehrlichste Zuspitzung dessen, was Aston Martins Aerodynamik vermag, wenn man ihr die Strecke überlässt.

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