AMV8 — 1969
Der Aston Martin V8 ist eine der längsten Sagas der Automobilgeschichte: Über zwanzig Jahre mit ständigen Weiterentwicklungen gebaut, verkörpert er ganz allein die Beharrlichkeit und handwerkliche Exzellenz von Newport Pagnell. Sein 5,3-Liter-V8-Motor – intern von Tadek Marek entwickelt – ist ein außergewöhnliches Aggregat mit großzügigem Drehmoment und unverwechselbarem Klang, das eher für lange Strecken bei hohem Tempo als für enge Kurven ausgelegt ist. Die Oscar-India-Version von 1972 mit ihren vier Weber-Vergasern gilt als der schönste Ausdruck der Baureihe.
Die Vantage-Version von 1977 mit ihren 375 PS und den charakteristischen verbreiterten Radläufen war bei ihrer Markteinführung der schnellste Serienwagen, der je in Großbritannien gebaut wurde – ein Titel, den sie mehrere Jahre lang behielt. Mit dem Spitznamen „British Ferrari Boxer“ zog sie eine wohlhabende Kundschaft an, die von der einzigartigen Verbindung aus roher Kraft und edler Handwerkskunst verführt war. Das Forum Aston Passion widmet dieser Baureihe einen ganzen Bereich mit zahlreichen technischen Threads zur Wartung des V8 und den Besonderheiten der verschiedenen Modelljahrgänge.
Der DBS: die Gründungsplattform (1967–1972)
Bevor er zum AMV8 wurde, entstand die Plattform 1967 unter dem Namen DBS. Verbreiterte Karosserie, geräumigerer Innenraum, verfeinertes Fahrwerk: Der DBS war darauf ausgelegt, den V8 aufzunehmen, den Aston Martin parallel entwickelte. In Erwartung dieses Motors erbte er den 4,0-Liter-Reihensechszylinder des DB6 – ein Übergang, den viele Puristen als Rückschritt empfanden. Als der Tadek-Marek-V8 1969 endlich kam, wurde der DBS offiziell zum AMV8 und begann eine Karriere, die sich über zwanzig Jahre und mehrere Generationen erstrecken sollte. Der DBS von 1967 ist somit weniger ein eigenständiges Modell als vielmehr ein Kapitel in der Entstehung eines der großen Aston Martin der Geschichte.