Geschichte

Rapide S 2013: 6 Gründe, warum Rapide S als Sportlimousine ohne Gegenstück bleibt

23 Juli 2026 La Rédaction AstonLegacy 6 Min. Lesezeit

Rapide S 2013, V12 atmosphérique de 552 ch, quatre portes et grand tourisme authentique : voici pourquoi cette Aston Martin occupe un territoire unique.


Rapide S oder die gelassene Bekräftigung einer Philosophie: 2013 hat Aston Martin seine viertürige Sportlimousine verfeinert und daraus eine singuläre Grand-Tourer gemacht, dem frei saugenden V12 und der zurückhaltenden Eleganz treu. Dieser Artikel zeichnet nach, was die Version S dem Rapide von 2010 tatsächlich hinzugefügt hat, ordnet ihre Position gegenüber den üblichen Rivalen ein und erklärt, warum dieses Glanzstück nie ein direktes Gegenstück fand.

Vom Rapide 2010 zum Rapide S 2013: die 3 wichtigsten technischen Evolutionen

Erste Evidenz: die Leistung. Vorgestellt 2013, hebt der Rapide S seine Pferdestärken auf 552 PS, laut Pressroom und Modellblatt von Aston Martin. Das mechanische Herz bleibt ein 6,0-Liter-V12 frei saugend AM28, eine hauseigene Signatur, eingebettet in eine bereits erprobte Architektur. Die Leistungssteigerung ist die am besten dokumentierte Entwicklung und definiert für sich genommen das Potenzial des Modells neu.

Zweiter Schwerpunkt: die Kontinuität der Plattform. Die Limousine baut auf der VH-Plattform aus Aluminium, die sie mit DB9 und DBS teilt und die in Gaydon montiert wird. Der Wechsel zum S-Badge führt keine strukturelle Zäsur ein: Er festigt eine gemeinsame technische Basis im Herzen der Baureihe – ein Garant für Steifigkeit und Gewichtsersparnis, ohne die Grand-Tourer-Gene zu verleugnen.

Dritter Punkt: die Gesamtabstimmung. Ohne hier zusätzliche Zahlen zur Aerodynamik oder den Bremsen, liegt das Wesentliche in der globalen Verfeinerung, die den Leistungssprung begleitet: eine Optimierungsevolution eher als ein Kurswechsel. Klartext: Der Rapide S bleibt ein großer Aston Martin für die weite Strecke – souveräner, lebendiger, stets gedämpft.

552 PS und 6-Liter-V12 frei saugend: die Motorwahl als identitäres Statement

In einem Segment, das von Aufladung geprägt ist, bekennt sich der Rapide S zu einem frei saugenden V12 mit 6,0 Litern. Es ist eine Charakter- ebenso wie eine Technikentscheidung: ein AM28 mit linearem Atem, geteilt mit der VH-Familie, der die Limousine fest in die Sporttradition der Marke einordnet. In Zeiten marktschreierischer Datenblätter wählt er mechanische Noblesse statt Effekthascherei.

Diese Entscheidung hört und fühlt sich anders an. Wo andere auf Drehmomentwogen setzen, bietet der Rapide S ein progressives Hochdrehen, eine natürliche Ansprache und eine Klangkulisse, die nicht vom Kompressor kommt. Es ist ein Entschluss, der mit der Aston-Martin-DNA im Reinen ist – und einer der Pfeiler seiner dauerhaften Anziehungskraft.

Mit diesem V12 positioniert sich der Rapide S klar im Register des Grand Tourisme und weniger als Rekordlimousine. Er spricht von Fluss, Reserven und Haltung, mit 552 PS, die nicht die Demonstration suchen, sondern die Kontinuität des Tempos.

Rapide S

Vier echte Plätze in einer 5,02-Meter-Karosserie: der Packaging-Kompromiss

Mit einer Gesamtlänge von 5.019 mm laut offiziellen Daten von Aston Martin zielt der Rapide S auf das Gleichgewicht zwischen Stil und Nutzen. Das gestreckte Profil ermöglicht vier echte Sitzplätze und einen nutzbaren Kofferraum, ohne in eine monolithische Silhouette zu verfallen. Ein heikler Kompromiss: strecken, ohne zu beschweren; aufnehmen, ohne zu verfälschen.

Die VH-Basis, gemeinsam mit DB9 und DBS, erlaubte eine niedrige, gespannte Linie trotz vier Türen. An Bord findet sich ein striktes 2+2, gedacht für die Reise, bei dem der Fond nicht bloß eine Notsitzbank ist. Hier liest sich die Sportlimousine zunächst wie ein gestrecktes Coupé – der Eleganz aus Gaydon treu.

Diese Architekturwahl illustriert die Bestimmung des Rapide S: keine englische Chauffeurslimousine, kein ostentativer Fastback, sondern eine viertürige GT zum Kilometerfressen. Eine Art, anders zu sein – in Form wie in Funktion.

Rapide S gegen Panamera Turbo und Maserati Quattroporte: ein schwer zu verteidigendes Segment

Gegen die reflexartig zitierten Referenzen – Porsche Panamera Turbo, Maserati Quattroporte – spielt der Rapide S nicht dieselbe Partitur. Er stapelt keine Technologien, um die Uhr zu schlagen, sondern bekräftigt ein Grand-Tourer-Angebot, zentriert auf den frei saugenden V12, Aluminium und eine Silhouette, die den Schwung priorisiert.

Im Vergleich zu diesen Rivalen setzt die Aston-Martin-Limousine andere Werte: Motor alter Schule (im besten Sinne), Plattform gemeinsam mit den hauseigenen Coupés und ein Design, das Reinheit statt maximaler Funktionalität anstrebt. Auf dem Papier mag das wie eine Schwäche wirken; auf der Straße ist es Charakter.

Tatsächlich besetzt der Rapide S ein Terrain, auf dem Kohärenz vor Aufrüstung rangiert. Er richtet sich an jene, die einen viertürigen Aston wollen – keine generische Sportlimousine. Der Markt hat sich darüber bisweilen gewundert; Kenner sahen darin eine willkommene Rarität.

Rapide S

Produktion 2020 eingestellt: warum die Limousinenlinie keinen Nachfolger erhielt

Die Produktion des Rapide S endete 2020, ohne dass ein direkter viertüriger Nachfolger angekündigt wurde. In der Zwischenzeit spielte sich die Diversifizierung anderswo ab: Der DBX, 2019 gestartet, eröffnete Aston Martin einen breiteren Zugang zum SUV-Markt – mit dem bekannten kommerziellen Appetit.

Dieser Schwenk spiegelt eine strategische Priorität. Der Rapide S war eine Erklärung von Stil und Ingenieurskunst – V12 atmo, VH-Aluminium, elegante vier Türen –, während der DBX eine weltweit robuste Nachfrage bedient. Hier das singuläre Stück; dort das Rückgrat der Baureihe. Die Entscheidung erklärt sich, ohne zu verleugnen, was die Limousine war.

Bleibt, dass die Geschichte die erste viertürige Aston Martin seit den 1930er-Jahren festhält, im 21. Jahrhundert neu interpretiert. Ein wichtiger Meilenstein in der offiziellen Chronologie der Marke – und eine Klammer, die es verdient hat, vollends existiert zu haben.

Aktueller Markt und Sammlungsperspektiven für den Rapide S

Im Panorama prestigeträchtiger Youngtimer bringt der Rapide S kaum verhandelbare Trümpfe mit: frei saugender V12, Aluminiumarchitektur, die er mit den hauseigenen GT teilt, und eine 2020 beendete Produktion. In einer Zeit, in der Aufladung und Elektrifizierung das Angebot neu zeichnen, wird dieses Profil begehrenswerter.

Die Nachfrage strukturiert sich um klare Kriterien: die mechanische Konfiguration und die Authentizität der Aston-Martin-Erfahrung. Das Fehlen eines direkten Nachfolgers verstärkt die Anziehungskraft eines Modells, das in der aktuellen Palette kein striktes Äquivalent hat.

Für alle, die eine andere Grand-Tourer-Limousine suchen, ist der Rapide S ein glaubwürdiger Einstieg in das Aston-Universum – mit jenem Quäntchen Seele, das dem V12 eigen ist. Kenner wissen: Manche Autos gewinnen an Gebrauchswert, bevor sie an Wert überhaupt gewinnen.

Fazit: warum der Rapide S eine dauerhafte Ausnahme bleibt

Von 2010 bis 2013 kippte die Geschichte durch eine einfache, entscheidende Justierung: 552 PS und ein bekennender frei saugender V12. Dazu addierte der Rapide S die Eleganz der vier Türen und die Strenge der VH-Plattform und signierte so eine singuläre GT. Gegen demonstrativere Alternativen wählte er das Maß und die Treue zur Aston-Martin-DNA. Genau das macht ihn heute einzigartig – und wohl morgen begehrenswert.

Auch lesenswert auf AstonLegacy.fr:

Auch lesenswert
Virage 1989: 4 Gründe, warum Virage den Wechsel nach Gaydon holprig machteGeschichteVirage 1989: 4 Gründe, warum Virage den Wechsel nach Gaydon holprig machte5 minLesenPlattform VH: 3 Gründe, die Aston Martin gerettet habenGeschichtePlattform VH: 3 Gründe, die Aston Martin gerettet haben7 minLesenAM V8 1969: 24 Jahre Erfolg für AM V8 – Zahlen, Varianten, BedeutungGeschichteAM V8 1969: 24 Jahre Erfolg für AM V8 – Zahlen, Varianten, Bedeutung5 minLesen