Valour 2023, 110 exemplaires et boîte manuelle : décryptage du V12, du châssis hybride Vantage/DBS, des filiations revendiquées et de la Valiant.
Valour 2023 begnügt sich nicht mit einem Retro‑Anzug: Valour nutzt ein manuelles Graziano‑Getriebe mit sechs Gängen, einen 5,2‑Liter V12 Biturbo und ein hybrides Chassis zwischen Vantage 2018 und DBS, um ein eigenständiges Rezept zu signieren. Auf dem Programm: warum 110 Exemplare, was die mechanische Architektur auf der Straße verändert, die behauptete Verwandtschaft mit der V8 Vantage 1977 (und ihre Grenzen), die radikale Puristik der Valiant und schließlich, was das schnelle „Sold out“ über den Markt für Schaltgetriebe sagt.
Warum 110 Exemplare: der Jahrestag als Produktionsvorgabe
Das Format ist keine Laune. Laut der entsprechenden Seite auf Wikipedia ist die Serie auf 110 Exemplare limitiert – ein Echo auf 110 Jahre Aston Martin, gefeiert im Juli 2023, dem Monat der Vorstellung des Modells. Die Arithmetik der Hommage wird hier zum Lastenheft: festgelegte Stückzahl, hohes Tempo und Allokation, die gesichert war, bevor die meisten Tester überhaupt den Schalthebel berührt hatten.
Diese Produktionsvorgabe fixiert auch die Positionierung: eine Gedenkserie, gedacht, um ein Jahrzehnt hausinterner V12 und die letzte Schalter‑Erfahrung auf einem Motor dieser Größenordnung zu rahmen. In der Zahl ist es wenig; in der Botschaft präzise. Und für Sammler hat die Übereinstimmung zwischen Jahrgang und Jubiläum jene Klarheit, die man sich gern in die Garage hängt.
Im Aston‑Ökosystem fügen sich solche Meilenstein‑Editionen in eine Kontinuität von der AMV8‑Linie bis zu Special Projects ein. Zur Rekontextualisierung der Modellkultur der Marke siehe unser Panorama zur AMV8‑Linie und ihren Ableitungen.
Der 5,2‑Liter V12 Biturbo und das Graziano‑6‑Gang‑Getriebe: was die Kombination auf der Straße verändert
Der Kern der Sache ist mechanisch. Laut der offiziellen Valour‑Broschüre und Wikipedia leistet der 5,2‑Liter V12 Biturbo 705 ch (715 PS) und 753 N·m, gekoppelt an ein manuelles Graziano‑Getriebe mit sechs Gängen. Das Datenblatt nennt ein „flaches“ Drehmoment ab 1.800 U/min bis 7.000 U/min: ein Versprechen kontinuierlicher Elastizität, ungewohnt bei einem V12 Biturbo in Verbindung mit einer H‑Schaltung.
Auf der Straße verändert die Kombination die Grammatik gegenüber dem zeitgenössischen DBS, der auf eine Automatik setzte. Die mechanische Führung erzwingt ein Tempo, das man wählt, nicht erleidet – nützlich, um einen sehr früh verfügbaren Schub zu modulieren. Das Management des Drehmoments durch die rechte Hand wird zur Kunst, statt nur ein ECU‑Parameter zu sein. Genau das unterscheidet diesen Aston von einem simplen Facelift: Die Kinematik des Kraftaufwands ist eine andere.
Das Chassis stützt sich auf eine Aluminiumstruktur, die sowohl von der Vantage 2018 als auch vom DBS abgeleitet ist, wie Wikipedia angibt. Diese Genzmischung erklärt die bullige Vantage‑artige Haltung und die muskulöse Statur eines Grand Tourers. Beim Einlenken ahnt man das Ziel: eine Sportliche mit kurzer Lenkung, aber langem Atem, fähig, Präzision zu spielen, ohne auf Weite zu verzichten.

Valour, Victor und V8 Vantage 1977: die behauptete Abstammung und ihre realen technischen Grenzen
Valour reklamiert in seinen Linien einen Wink an die V8 Vantage 1977: geformte Motorhaube, gedrungene Front und jene gespannte Muskelästhetik. Die Evokation ist nicht zufällig. Bei Aston spricht die Vorstellung der späten 1970er‑V8 zu Kennern. Unser Dossier zur Genese dieses Modells beleuchtet Stilreferenzen und Fahrphilosophie: vier Entscheidungen, die die V8 Vantage 1977 geprägt haben.
Dennoch hat der Stammbaum seine Verzweigungen. Wikipedia präzisiert, dass Valour seine Plattform nicht mit Victor teilt, jener extremen Barchetta, entwickelt auf One‑77‑Basis. Wo Victor ein technisches Manifest im Schulterschluss mit dem Hypercar ist, bleibt Valour auf der abgeleiteten Aluminiumplattform Vantage/DBS. Visuelle Verwandtschaft: ja. Technische Nähe: begrenzt.
Klartext: Die Ästhetik ruft die Vergangenheit, die Basis bleibt zeitgenössisch. Interessant ist hier, dass der Geist der V8 Vantage 1977 eingefangen wurde, ohne ihre Technik zu kopieren. Weniger spektakulär als eine One‑77‑Transplantation, aber stimmiger mit der Intention einer Straßenversion mit Handschaltung, gebaut in 110 Einheiten.
Die Valiant aus einer Bestellung von Fernando Alonso: 38 Exemplare, Vollkarbon und 735 ch
Die Trajektorie endet nicht bei Valour. Laut Wikipedia entsteht Valiant aus einer persönlichen Bestellung von Fernando Alonso und schiebt den Regler Richtung Strecke: 38 Exemplare, Karosserie komplett aus Karbon und auf 735 ch gesteigerte Leistung. Die stilistische Ader bleibt, aber die Intention ist klar: die Gleichung radikalisieren.
Diese Variante wirkt wie ein Potenzial‑Revealer. Wo Valour das Gleichgewicht zwischen Grand Tourisme und analogem Engagement suchte, reklamiert Valiant das Track‑Tool. Gleiche Grundidee, andere Bestimmung. Eine interessante Lesart der Modularität der Vantage/DBS‑Plattform, wenn sie durch das Prisma eines sehr knappen Lastenhefts läuft.

In zwei Wochen ausverkauft: was die Sekundärbewertung über die Nachfrage nach Schalter‑Serien verrät
Laut Autocar (von Wikipedia zitiert) ist Valour in zwei Wochen „sold out“ nach der Ankündigung im Juli 2023. Das Signal ist eindeutig: die Kombination aus Schaltgetriebe, V12 und einem Kontingent auf 110 begrenzt trifft alle Begehrlichkeits‑Kriterien zeitgenössischer Sammler, zumal anderswo die Automatik herrscht.
Am Sekundärmarkt erzeugt dieses Profil einen selten wankenden Wertboden: markante Mechanik, kurzes Storytelling und kalendarische Ausrichtung. Ohne unpublizierte Zahlen zu extrapolieren, reicht der anfängliche Appetit, um eine pro‑analoge Schlagseite bei einer Klientel zu indizieren, die die Erinnerung an die Geste pflegt – und bezahlt.
Dieser Hang ist in der Modellpalette nicht isoliert. Er erhellt auch, wie Aston seine Themenserien orchestriert – parallel zu Serienmodellen und künftigen Grand‑Tourisme‑Opus. Um die Entwicklung der GT‑Positionierung im kommenden Jahrzehnt zu messen, folgen Sie unserer Berichterstattung zur nächsten Vanquish Mk3 und ihrer Strategie.
Fazit: was Valour über Astons „analoge“ Strategie sagt
Über den Vintage‑Wink hinaus fasst Valour eine Position zusammen: ein Schaltgetriebe an einem V12 Biturbo, ein hybrides Vantage/DBS‑Chassis und eine Serie auf 110 begrenzt zum Signieren der 110 Jahre. Das ist kein aufgemöbelter DBS, sondern eine andere Partitur desselben Orchesters – mit einem anderen Konzertmeister: dem Hebel.
Für den Sammler ist die Gleichung lesbar: begrenzte Produktion, ausdrucksstarke Mechanik und ikonisches Erbe, ohne Verwechslung mit Victor. Die Valiant‑Klammer bestätigt das Eskalationspotenzial. Kurz: Wer einen Kompass sucht, dem weist Valour den Norden einer intentionalen Rarität – selbstbewusst und vom Markt bestens verstanden.
Nützliche Quellen: die Übersichtsseite zu Aston Martin Valour auf Wikipedia und die offizielle Broschüre für Spezifikationen und Drehmomentkurve.


